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Muskeln trainieren - aber wie?

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Egal welche Disziplin - als Reiter möchten wir alle unser Pferd trainieren, um es entweder gesund zu bewegen oder an Turnieren teilzunehmen. 

 

Bei den klassischen Disziplinen (egal ob Western oder Englisch) sind neben der Ausdauer und Koordination das Krafttraining und die Kraftausdauer entscheidend.

 

Doch wie trainiert man diese am Besten? Wie häufig, wie intensiv, wie schnell kann man das Trainingslevel steigern? 

 

 

 

Muskelphysiologie

 

Eine Trainingseinheit setzt sich immer zusammen aus einem Reiz bis zur Ermüdung, der Erholungsphase und der Anpassung an den Reiz. 

 

Einfacher als beim Reiten, kann man sich dieses Schema bei einem Kraftsportler vorstellen. Dieser trainiert zum Beispiel mit einer bestimmten Bewegung seinen Bizeps mithilfe von Hanteln. Dies tut er solange in Wiederholungen und Sätzen, bis der Muskel erschöpft ist. Danach erfolgt durch Umbaumechanismen über die nächsten Tage ein Muskel- und Kraftzuwachs. Beim nächsten Mal wird der Muskel geringradig belastbarer sein. 

Über die Zeit kommt es zu einem immer stärker werdenden Kraftzuwachs, die 
Nervenenden verzweigen sich, die Bewegung wird immer kontrollierter und koordinierter. Auch das umliegende Bindegewebe, das Knochenmaterial und die Gelenke passen sich der Belastung an. 

 

Nun ist es aber kaum möglich beim Pferd isoliert bestimmte Muskeln zu trainieren. 

Daher ist es wichtig zu wissen, wie genau der Reiz, die Erholungsphase und die Anpassung aussehen und wie oft man trainieren darf. 

 

 

 

 


Der Reiz

 

Dazu ist zunächst einmal wichtig zu wissen, dass ein wirklicher Reiz nur dann zum Muskelwachstum beiträgt, wenn er auch überschwellig ist. Er muss einfach stark genug sein und vorherige Belastungen übersteigen. Der Muskel muss also richtig gefordert werden OHNE dabei die Gelenke und das Bindegewebe zu überlasten. Sonst tut sich einfach Garnichts im Hinblick auf den Muskelzuwachs. Wenn man sich in den Reitställen umschaut, sind aber die wenigsten Trainingseinheiten darauf ausgerichtet und leider haben auch wenige Reiter einen langfristigen Plan. 

Eine gute Methode um den Muskel zu fordern ist ein Intervalltraining. Zum Beispiel kann immer wieder eine kleine Gymnastikreihe durchsprungen werden mit Pausen dazwischen. Oder Pferd und Reiter können einen Hang erklimmen, beginnend 2 mal Klettern, 3 Minuten Schritt, 2 mal Klettern, 3 min Schritt, 2 mal Klettern, 3 min Schritt. Nächstes Mal dann schon 3 mal Klettern usw. ... 

 


Dieser Reiz führt am Ende der Trainingseinheit zur Erschöpfung (im oben genannten Fall vor allem von Hinterhand und Rückenmuskulatur). Das Pferd wird Muskelkater haben und baut diesen in den nächsten Tagen ab. Laktat und andere Stoffwechselprodukte werden aus dem Muskel abtransportiert und Proteine und Aminosäuren in die Muskelzellen eingebaut. Außerdem werden Kohlenhydrate, die das Pferd über die Nahrung aufnimmt, wieder in der Muskelzelle eingelagert, um für die nächste Belastung zur Verfügung zu stehen. 

 

Es dauert 1 Tag bis Blutzuckerspiegel, Säure-Basenhaushalt, Herzschlag und Flüssigkeitshaushalt wieder hergestellt sind.
Nach frühestens 48 Stunden kommt es zur sogenannten Superkompensation.

3 Tage benötigt das Pferd damit das Immunsystem wieder voll funktionstüchtig ist und bis zu 7 Tage bis die Muskelenergiespeicher (Kohlenhydrate) wieder gefüllt sind. 

 

 

 

Superkompensation

 

Diese Phase ist besonders bedeutend, denn in diesem Zeitraum ist das anfängliche Trainingslevel erhöht. Hier sollte das nächste Training stattfinden. Es bringt also nichts nur alle 2 Wochen zu trainieren - dann verpufft der Trainingseffekt. Aber auch ein tägliches Training ist schlecht, es führt sogar zu einer verminderten Leistung. Das Pferd ist übertrainiert. 

 

 

 

Das heißt konkret: 

 

Ein überschwelliger Reiz darf je nach Trainingszustand des Pferdes maximal alle 2-3 Tage erfolgen. Zur Erhaltung des Trainingslevels genügt solch ein Reiz alle 7-10 Tage. 

In den anderen Trainingseinheiten können Ausdauer oder Koordination gefordert werden. Besonderes Augenmerk ist auf die Koordinationsübungen zu legen. Diese kann das Pferd nur erfolgreich absolvieren, wenn es noch nicht verausgabt oder aufgeregt ist, da sonst das Adrenalin für vermehrte Körper- und verminderte Hirndurchblutung sorgt. 

 

 

 

Was ist sonst noch wichtig?

 


Eine entsprechende Regeneration kann nur erfolgen, wenn das Pferd dauerhaft mit genügend Energie, Eiweiß, essentiellen Aminosäuren, Vitaminen und Mineralien versorgt ist. 

Das Pferd benötigt ca. 3 Wochen, bis es sich an neue Bewegungsmuster gewöhnt, 4-6 Wochen, bis sich das Herz-Kreislaufsystem auf die neue Belastungsintensität eingestellt hat und 1 Jahr bis sich Bindegewebe und Faszien angepasst haben!


Dies sollte ein verantwortungsvoller Reiter immer berücksichtigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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